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erlebt und niedergeschrieben – Seite 2 – Zeitzeugen Quickborn

Kategorienerlebt und niedergeschrieben

Nachtfahrt

N

Ich habe alles aufgebaut: Auf dem Projektionstisch steht der Filmprojektor, die an der Decke montierte Leinwand ist abgerollt. Sie schimmert blendend weiß; sie ist mit ei­ner hauchdünnen Glasbeschichtung versehen. Sie wird klare Bilder liefern. Am obe­ren Arm des Projektors habe ich die Filmrolle eingesetzt. Ich klemme den belichteten Filmstreifen hinter das Objektiv und führe ihn über Rollen zur...

Kurlaub sei Dank

K

Die Kurlaubstage sind vergangen,Erholung hat grad angefangenden Körper mit dem Geist zu einen,Galle und Nieren zu entsteinen,die Atemwege frei zu blasen,die Magenschleimhaut zu entgasen,die Kniegelenke durchzudrücken,der Wirbelsäule Schmerz beim Bückenmit Gymnastik zu begegnen,das Heil katholisch abzusegnen. Jetzt gibt die Körper-Geist-Mixturnach dieser rossigen Pferdekurden Blick frei auf ein...

Fisch im Glas

F

Es war mein ganzer Stolz. Ich besaß einen Zylinder aus Glas. Ihn hatte ich mit Wasser gefüllt. Den Glasboden hatte ich mit feinem Sand bedeckt. Einige Grashalme vervollständigten meine Biosphäre. Jetzt fehlten nur noch die Fische. Viel Geld hatte ich nicht. Ich war gerade mal 11 Jahre alt. Meine Freunde hatten sich ebenfalls kleine Wasserbecken zugelegt und sie für die Aufnahme von Fischen...

Eine Fahrradtour

E

Es war 1951 in Ellerau, ich hatte ein dreiviertel Jahr einen Neunpersonen-Haushalt geführt mit 5 Kindern und 4 Erwachsenen. Gesehen hatte ich von Ellerau noch sehr wenig, außer die Schlachterei Pilz, die Bäckerei Krebs und den Kolonialwarenladen Sievers. Dieses waren die Wege, die ich wöchentlich fuhr, um einzukaufen. Ein Fahrrad stand für diesen Zweck, aber auch für die ganze Familie zur...

Die Stadt

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Hier bin ich aufgewachsen, hier in der Andreas-Hofer-Str.. Hier wohnten meine Freunde, Karl-Heinz gegenüber in der 19, Reinhold in der Steubenstr., Theo im Freigrafendamm. Der Freigrafendamm führt zum Zentralfriedhof. Da, wo auf der rechten Seite jetzt große Häuserzeilen stehen, war ein Kornfeld. Nach der Ernte, im Herbst, spielten wir hier Fußball und ließen unsere Drachenvögel steigen. Ein...

Die Macht der Gewohnheit

D

Es muss im Februar 1961 gewesen sein. Vor einem Monat war ich nach Hamburg gekommen. Man hatte mir ein spärlich möbliertes Zimmer bei einer alten Dame in Bahrenfeld vermittelt. Die Vermieterin sah ich nur einmal im Monat bei Übergabe der Zimmermiete. Sie kränkelte, und ich machte mir Sorgen, dass ihr etwas passieren könne. Das war nicht ganz abwegig, denn  in der ganzen Wohnung roch es...

Das Gebet

D

Sie sitzt vor mir und blickt mich an. Meine Mutter blickt durch mich hindurch. Was ist? frage ich sie. Ich kann nicht  mehr beten! sagt sie. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Sie hat in ihrem ganzen Leben – soweit ich mich erinnern kann – nichts mit der Kirche gehabt. Ich habe sie nie beten hören. Meine kirchliche Erziehung hat sie meinen Großeltern überlassen. Sie war auch kein großer...

Begegnungen mit der Presse

B

Ich fuhr mit dem Fahrrad zur Schule. Der Weg führte mich durch die Stadt. An der Drehscheibe sprang die Ampel auf Rot. Der vor mir fahrende Lloyd Alexander bremste scharf. Diesen Wagen hatte ich mir als Windfänger ausgesucht. Mit dem Bremsmanöver hatte ich nicht gerechnet und knallte in voller Fahrt auf die hintere Stoßstange, rutschte sodann seitwärts weg auf die Bremsleuchte. Die zersprang und...

Zeitumstellung

Z

Zweimal im Jahr muss die Uhrzeit umgestellt werden. Zum Beginn der Sommerzeit Ende März werden die Uhren um eine Stunde vor, zum Beginn der Winterzeit Ende Oktober eine Stunde zurückgestellt. In der Presse, im Rundfunk und im Fernsehen werden diese Ereignisse groß herausgebracht. Der Umstellungstag Ende Oktober hat statt vierundzwanzig fünfundzwanzig Stunden, im März dagegen rechnet man den Tag...

Wie ich meinen Vater fand

W

Ich bin im Internet, tippe „Kriegsgräberfürsorge“ in das Suchfeld und drücke die Freigabetaste. Die gesuchte Internet-Seite wird auf-geblendet. Ich gebe bei Kriegsgräber „Kaunas“ ein, Kowno war der frühere polnische Name. Ich erfahre, dass man das Gelände mit Hilfe von Mitarbeitern der Verwaltung und von Zeitzeugen 1994 gefunden hatte. Die Grenzen des Geländes wurden 1995 und 1996 durch...

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