Heißgetränk kalt – oder Coca-Cola ?

H

(von Heinz Münchow)

Es war die Zeit kurz nach der Währungsreform 1948. Man begann wieder zu leben.

Konnte man mal ‘auf ein Bier’ in die Kneipe gehen? Wenn es dann in der Kneipe Bier gab, dann konnte der Wirt nicht einfach den Zapfhahn öffnen. Die Flaschen mit Kohlensäure – um den nötigen Druck zum Abfüllen zu haben – gab’s nämlich noch nicht! Aber: es gab ja findige Wirtsleut’. Wenn schon keinen Kohlensäure-Druck, dann doch wenigstens Luftdruck und den konnte man mit Hilfe einer handbetriebenen Luftpumpe herstellen.

Und dann gab’s noch das Heißgetränk. Es hatte eine kräftige rote Farbe. Heiß getrunken sollte es wohl den Rumgrog oder den Weingrog ersetzen. Doch es enthielt keinen Alkohol.  In der warmen Jahreszeit wurde es eben kalt getrunken. Also “Heißgetränk kalt“.

Aus Amerika kam die Konkurrenz: Coca-Cola. In den Kinos lief der Streifen „Rock around the clock” mit Bill Haley. Ich trank meine erste Coca-Cola. Aber sie schmeckte mir nicht! Ein süßes braunes Gesöff? – Bis ich dahinter kam: Mir schmeckte die Coca-Cola nur e i s g e k ü h l t !

 

 

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