DDR – Begegnungen

D

(von Heinz Münchow)

Geld–Kontrolle

Zweimal im Jahr fuhren meine Frau und ich nach West-Berlin, um unseren alten Onkel zu besuchen. Wir fuhren mit dem Auto auf der Bundesstraße über Lauenburg zum ersten Kontrollpunkt auf dem Gebiet der DDR. Da wir wussten, dass dort nicht nur die Ausweiskontrolle stattfand, sondern das mitgeführte Bargeld kontrolliert wurde, musste der Beifahrer die Zeit zum Sortieren und Zählen des Inhaltes unserer mitgeführten 7 Geldbörsen nutzen. Die Summe ergab 270.- DM.

Guten Mutes hielten wir am Kontrollpunkt und wurden mit „Geldkontrolle“ zum Aussteigen aufgefordert. Noch immer guten Mutes legten wir unsere 7 Geldbörsen auf einen Tisch und zählten: 10-20-20-10-5-5“ = 70,- DM. Es sollten aber 80,-DM sein. Der Fehler muss beim Zusammenzählen entstanden sein. Jetzt brachte auch mehrmaliges Geldzählen keine Hilfe.

Da ergriff meine Frau die Initiative: Sie leerte alle 7 Geldbörsen auf einen Tisch und zählte:

„20-10-10-10-10-5-5-5-5“ = 80 DM. Dank eines kleinen Tricks meiner Frau konnten wir aufatmen und der DDR Soldat ebenfalls.

Wir bereiteten unsere DDR-Durchreisen später dann besser vor!

Namen – Änderung

Eine andere Episode spielte sich im Dienstzimmer desselben Kontrollpunktes ab. Wir fuhren wieder über Lauenburg zum Kontrollpunkt. Wir hatten Ausweise und Geld bereit.

Inzwischen hatten wir neue Personalausweise erhalten, die Bürger der DDR ebenfalls. Bei der Schreibweise von Namen und Orten soll es Unterschiede gegeben haben, den Buchstaben Ü als UE in die Datenverarbeitung übernommen zu haben. – Daran dachte ich, als ich beim Ausfüllen der DDR-Durchreise-Formblätter bei dem Namen Münchow aufmerksam wurde. Schreibe ich jetzt mit Rücksicht auf DDR-Computer lieber     MUENCHOW ? Ja, ich tat es ! Und die Folgen? „Wollen Sie einem DDR-Bürger mit Hilfe einer Namensänderung zum Hochverrat verhelfen? Nur mit Mühe nahm man meine Erklärung zur Kenntnis. („Oder glauben Sie, dass unsere Computer schlechter sind als Ihre?“) – Die lange Zeit meines Verhöres saß meine Frau voller Ungewissheit im Auto und befürchtete, dass ich verhaftet würde.

Schließlich durfte ich doch gehen.

….auf der Autobahn

Bei Besuchen in West-Berlin musste man Straßen und Autobahnen im Gebiet der DDR benutzen. Wesentliche Unterschiede im Benutzen der Straßen gab es nicht…  oder?

Einfahrtsregel auf den Autobahnen:

Fahrbahnbenutzer hat Vorfahrt, hinzukommendes Fahrzeug muss warten. In der Bundesrepublik hat sich jedoch eingebürgert, durch Wechseln auf die linke Spur (wenn sie frei ist) dem „Neuen“ die Einfahrt zu erleichtern.

Wir fuhren auf der Transit-Autobahn rechts und näherten uns einer Einfahrt, dort sahen wir einen Wagen in der Einfahrt und machten ihm „selbstverständlich“ Platz, indem wir auf die linke Fahrbahn wechselten.

Wenige Kilometer weiter wurden wir von der Besatzung eines     Vopo-Streifenwagens angehalten und wegen dieses „Verstoßes“ gebührenpflichtig verwarnt. 

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