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Auf vier Rädern – Zeitzeugen Quickborn

Auf vier Rädern

A

Hamburg, Segeberg, Pinneberg sind Zulassungsbereiche für die Fahrzeuge, die mich einen Teil meines Lebens begleiteten. Da Benziner Feinstaub produzieren entschied ich mich zuletzt für einen Diesel. Doch der vergiftet die Umwelt mit Kohlendioxyd. Es gibt in einigen Landesteilen bereits Fahrverbote für Dieselfahrzeuge. Ich nehme das zur Kenntnis und warte ab, welche Verbote noch auf mich zukommen. In der von mir gebildeten Fahrzeugkette ist mir der Country am liebsten gewesen. Vier Räder wurden angetrieben bei einem Spritverbrauch von 14 Liter auf 100 Kilometer, bei Höchstgeschwindigkeit konnten es auch schon mal mehr sein. Als die Spritpreise in die Höhe schnellten, musste ich mich von diesem meinem Lieblingsauto leider trennen. Ich bereue es heute noch. Angefangen hat es bei mir mit einem gebrauchten Käfer. Onkel Henri war Werkstattmeister bei BMW und kannte sich aus. Er präsentierte mir einen Käfer mit Boxer-Motor. Beim Käfer war der Motor hinten. Der Motor übertrug seine Kraft direkt auf die Hinterachse. Die Motorhaube vorne war lediglich vorgetäuscht; es war ein Kofferraum. Ich übernahm den Wagen mit einem Kilometerstand von zwanzigtausend und fuhr ihn noch 5 Jahre. Beim Verkauf hatten sich einhundertzwanzigtausend Kilometer angesammelt. Ich sehe Henri beim Ankauf noch immer an den Rädern hängen und rütteln. „Wegen dem Achsenspiel“ sagte er mir „das muss sauber sein, sonst wird es später teuer.“ HH Als der Wagen im Winter nicht richtig anspringen wollte, kam Henri, reinigte die Zündkerzen, überbrückte die Stromzufuhr und startete den Motor. Der sprang auch an. Er lud dann auch noch die Batterie an einer Schnellladestation auf und übergab mir ein fahrtüchtiges Auto. Henri war für mich ein Helfer in der Not. Er war hilfsbereit und kam, wenn man ihn rief. In den späteren Jahren ließ ich das vom ADAC machen. Ich war Mitglied und nutzte die angebotenen Möglichkeiten. Theoretisch weiß ich, wie ein Motor arbeitet. Öffnete ich die Motorhaube, was schon mal vorkam, dann irritierten mich die vielen Leitungen und Kabel. Es sah alles so unübersichtlich aus, dabei hatte alles eine funktionierende Ordnung. Es war kompakt montiert. Fachleute kennen sich damit aus. Als ich 1974 die USA besuchte, erklärte man mir, dass Kompaktwagen sich noch nicht durchgesetzt hätten. Die USA-Fahrzeuge wären deshalb so groß, um im Schadenfall mit einem einfachen Schraubenschlüssel das Fahrzeug reparieren zu können. Bei den Überlandfahrten wäre nicht immer eine Werkstatt nahebei und Selbsthilfe sei angesagt. Das Problem kennen wir in unserem Land nicht. Es gibt ein dichtes Reparaturnetz. Das Farbspektrum meiner Fahrzeuge ging vom dunklen Rot über Grün, Weinrot, Schwarz bis zu einem blassen Blau. Den AUDI A2 erwarb ich 2001. Er läuft und läuft und läuft. Er rostet auch nicht, Die Karosserie und der Fahrzeugboden bestehen aus Aluminium. Ich fahre nur noch kurze Strecken. Ich werde mir auch kein neues Fahrzeug mehr zulegen. Wenn ich ihn starte, höre ich das beruhigende Brummen des Motors. Bei einem E-Motor hört man nichts. Die satte Melodie eines mit heißer Luft angetriebenen Fahrzeugs würde mir fehlen. Der Motorklang und die Schließgeräusche der Türen werden beim Fahrzeugbau mitentwickelt. An den Geräuschen erkennt man sogleich den Fahrzeugtyp. Stille kann unerträglich sein, weil man auch mit dem Gehör sehen kann. Mir hatte mal ein Australier erzählt, dass die Stille im australischen Outback erdrückend sei. Wir brauchen Geräusche um uns herum. Wir tasten uns sehend und hörend durch den Verkehr. Schwächen der Sinnesorgane sind im Führerschein vermerkt, so auch bei mir. Bei der medizinischen Prüfung musste ich Leuchtpunkte  überlagern. Das gelang mir nur sehr zögerlich. Die schwache Sehkraft des linken Auges wäre beinahe ins Auge gegangen. Ich darf nur mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km fahren. Daran habe ich mich aber nicht immer gehalten. Man hat mich daraufhin auch noch nicht kontrolliert. Als damals Bertha Benz mit dem ersten Motorwagen von Apotheke zu Apotheke fuhr, konnte man nicht ahnen, was sich daraus entwickeln wird. Ein Verbrennungsmotor braucht Benzin und den gab es zu der Zeit nur in Apotheken. Heute füllen wir die Brennstoffwanne an Tankstellen auf. Benzin, Diesel und Gas werden angeboten. Es gibt auch schon Batterie-Ladestationen. Ich betrachte das alles mit einer gehörigen Portion Gelassenheit. Ich habe Zeit und lass mich nicht zur Eile antreiben. Ich bin bisher immer noch von A nach B gekommen. Und das wird mir, egal mit welchem Verkehrsmittel, auch in Zukunft gelingen.  

Über den Autor

Uwe Neveling

Jahrgang 1937
Systemanalytiker

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